Schau hin, Madame, die Sterne fliegen,
nach Osten wie nach Westen, zu
weithohen Bergen wie über die Flur,
wo Wolken voll Bedeutung trächtig
das weite Himmelszelte fluten.Steig hoch, Madame, auf hohe Felsen,
da wo die Lichter ird’ner wirken,
da wo die Seele näher steht -
und du wirst sehen und vermuten,dass du als Mensch dich näher fühlst
zu Wolkenbruch und Erdengras,
zu Meeresflut und Flussgewirre,
als zu unendlich weitem Licht
von Urgestirnen und dergleichen,
weil du niemals unendlich bist,
weil Zeit wertvoller ist als Gott.Warum noch wähnen und verharren,
warum noch hadern und zernichten,
wenn du doch so schön lächeln kannst.Warum noch trauern und zerdenken,
warum noch Schmerz im Busen fühlen,
wo alles doch so einfach ist;Wer Zeiten schätzt weiß leben lieben.
egal was passiert.
egal was ist.
Zeit bleibt.
und ist gut.
by yama-bato
©yama-bato ,Herbs,2011
(Quelle: yama-bato)
(Zu einer Toccata von Bach)
Urschweigen starrt … Es waltet Finsternis …
Da bricht ein Strahl aus zackigem Wolkenriß,
Greift Weltentiefen aus dem blinden Nichtsein,
Baut Räume auf, durchwühlt mit Licht die Nacht,
Läßt Grat und Gipfel ahnen, Hang und Schacht,
Läßt Lüfte locker blau, läßt Erde dicht sein.Es spaltet schöpferisch zu Tat und Krieg
Der Strahl entzwei das keimend Trächtige:
Aufglänzt entzündet die erschrockne Welt_
Es wandelt sich, wohin die Lichtsaat fällt,
Es ordnet sich und tönt die Prächtige
Dem Leben Lob, dem Schöpfer Lichte Sieg.Und weiter schwingt sich, gottwärts rückbezogen,
Und drängt durch aller Kreatur Getriebe
Dem Vater Geiste zu der große Drang.
Er wird zu Lust und Not, zu Sprache, Bild, Gesang,
Wölbt Welt um Welt zu Domes Siegesbogen,
Ist Trieb, ist Geist, ist Kampf und Glück, ist Liebe.
Wo Wolken in den Schatten hängen,
da tanzen Vögel mit den Raben,
die keinerlei Bedeutung haben,
nur Stimmung und Melancholie.Da taufen Menschen Menschenkinder
in sonnengrün oder fliedergelb.
Doch was wirklich Bedeutung heißt,
ist nichts,
ist nichts,
ist nichts als Liebe,die hier im da in Lettern schwingt,
die nichtssagend ein Leben heißen.
Wofür?
Wozu?
nur weil es dort zu stehen hat?vielleicht.
wahrscheinlich.
nicht.Wer Namen gibt, weiß Leben lieben.
Wer Leben liebt kann Welten schaffen.
Wer Welten schafft hört auf zu sein.ein Konflikt?
vielleicht.vielleicht.
nur Leben.
(Quelle: makiyamar)
Diese Welt ist nicht meine, sie ist fremd und ferne, wie ein Traum, den ich rekursiv betrachte, der am Ende doch nur Wunsch oder Angst bedeutet.
Dies ist nicht mehr meine Welt. Es ist die der anderen, die der Fremden. Ich laufe hindurch und spüre, wie sehr ich nicht dorthin gehöre. Ich tanze nicht mehr, vielmehr wandle ich nur. Jeder sieht mich, niemand erkennt mich. Würde man mich erkennen, so müsste man feststellen, dass ich nicht lebe, längst kein Mensch mehr bin. Ich bin frei, eingesperrt in einer Menschenwelt, die ich längst verstanden habe.
Wo, sag nur, wo ist der neue Horizont?
Ich sehe ihn nicht. Ich bleibe stehen.
Wo fängt ein neues Dasein an, wenn das alte geendigt? und wenn nicht geendigt, dann doch wenigstens abgestanden ist.Wo ist Freiheit? Wo ist der neue Platz für den alten Schüler, der seinen Meister sanft verliert?
Ich stelle nicht die Frage, wo ich bei all dem bleibe,
denn all das bin ich.auf der Suche nach dem Sonnenregen.
Michael Cina - The Earth from the Rising of the Sun to Where it Sets, 2011